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Die Ausbildung zum Druiden III – Druiden als keltische Führer

Druiden als Führer

Am Ende der Ausbildung zum Druiden winkt hohes Ansehen

Nachdem ein Schüler die Etappen des Novizen und Barden durchlaufen hatte, konnte die religiöse Gemeinschaft ihn zum Druiden erheben. Ein solcher Schritt konnte bis zu 20 Jahre dauern, wobei das Bild des alten Druiden oft in die Irre führt: Haben Kinder um die 10 Jahre bereits als Novize begonnen, konnten sie mit rund 30 Jahren die Stellung des Druiden erreichen. Das bis dato gesammelte Wissen war die Grundlage für die anstehenden Aufgaben, bei denen Druiden die Möglichkeit erhielten weitreichende Entscheidungen für den Stamm zu fällen. Sie waren damit nicht nur religöse führer, sondern hatten auch weltliche Führungsaufgaben. Insgesamt waren sie in mindestens drei Sphären einflussreich:

  • in Religion und Mystik
  • in Rechtsprechung und Politik sowie
  • in militärischen sowie militärstrategischen Fragen
Druide als Führer
Druiden hatten nicht nur religöse sondern auch weltliche Macht

Druiden als religiöse Führer

Ausgestattet mit prfundem Wissen über Geschichte, Kunst und die göttliche Welt, waren Druiden die zentralen Figuren bei kultischen Hanlungen und Ritualen. Ein jeder aus dem Volke, der ein Tier opferte tat dies in Gegenwart eines Druiden, denn sie standen im Ruf das Verbindungsgleid zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Götter. Sie galten als Weise und Weissager, die den Blick in die Zukunft entschlüsselt hatten und über rituelle Handlungen kommende Ereignisse vorhersehen konnten.

Zu diesen Ritualen gehörte auch das Menschenopfer, bei dem ein Freiwilliger geweiht und anschließend rituell hingerichtet wurde. Aus der Art und Weise wie das Opfer zuckte, fiel, sich gebar und letztendlich verendete zogen die Ritualmeister Schlüsse  über noch anstehende Ereignisse und den zu wählenden Umgang mit selbigen. Freiwillige fanden sich tatsächlich, da zur religiösen Lehre auch das Leben nach dem Tode gehörte. Griechische und römische Beobachter, bei denen diese Lehre weniger Verbreitung fand,  führen hierauf auch die bedingunslosen und verlustangstfreien Kämpfereigenschaften der keltischen Völker zurück.

Druiden als Rechtsberater und Schlichter

Zu diesen weltlichen Aufgaben gehörte auch die Rechtsprechung. Beeindruckt von der zentralen Rolle der Druiden schrieb bereits Roms wahrscheinlich bekanntester Kaiser rund 51 v.Chr. zu Beginn seines Feldzugs gegen die Gallier:

[…] sie werden bei den Galliern hoch geachtet, denn sie treffen in fast allen staatlichen und privaten Streitfällen die Entscheidung, und wenn ein Verbrechen begangen worden ist, wenn es einen Erbschafts oder Grenzziehungsstreit gibt, fällen ebenfalls sie das Urteil und setzen Entschädigunen fest.

(Cäsar, de Bello Gallico VI 13)

Bereits Cäsar fiel die zentrale Stellung der Druiden auf
Selbst vom Kriegsdienst befreit, waren Druiden dennoch waffen- und kriegskundig

Druiden als militärische Berater

Druiden waren mittels ihrer Ausbildung mit den damals gängigen Waffen vertraut, die sie auch nutzten um die Hierarchie untereinander auszukämpfen. Sie waren jedoch keine militärischen Führer auf dem Feld, sondern Ratgeber und Stragegen, die allerdings selber vom Militärdienst befreit waren.  Diodor von Sizilien, Autor des wahrscheinlich umfassendsten griechischen Geschichtswerk der Antike, berichtet  von einem weiteren ungewöhnlichen Einfluss auf das Kriegsgeschehen, selbst in der Stunde der Schlacht:

 

 

 

Aber nicht nur in Angelgenheiten des Friedens, sondern auch in den Dingen des Krieges folgen sie [die Völker des Nordwestens] meist dem Rate dieser, sowie den Gesängen ihrer Dichter, und zwar nicht nur die befreundete Partei, sondern auch die feindliche.

Oft, wenn schon in der Schlachtaufstellung die beiden Heere gegeneinander anrücken mit gezogenen Schwertern und vorgestreckten Lanzen, treten diese in die Mitte und bewegen die Heere vom Angriff abzustehen, gleich als wenn sie durch ihren Gesang wilde Tiere bezauberten. So weicht auch die bei den wildesten Barbaren die Leidenschaft der Weisheit, und Ares scheut sich vor den Musen

Diodor von Sizilien, Diodori Siculi Bibliotheca Historica, V, 31, 2-5

Woher stammt das Wissen der Druiden?

Die Weitergabe von nicht niedergeschriebenem Wissen ist eine Technik, die nicht nur den Kelten zugeschrieben werden kann. Sie reihen sich in die Tradition vieler Religionensgelehrten, Bruderschaften und Kasten. Auch der Koran wurde in den ersten Jahrhunderten nicht niedergeschrieben sondern mündlich tradiert. Ähnlich wie bei dieser Tradition und anders als z.B. bei den osteuropäischen Thrakern, war den Kelten jedoch ein solides Schriftsystem bekannt. Der griechischen Schrift kundig, hatten sie theoretisch Zugang zu vielen Quellen der Antike.

Clemens von Alexandria, ein frühchristlicher Theologe, schreibt sogar, dass den Druiden die Wissenschaft des Phytagoras bekannt war – diese These konnte jedoch nie historisch belegt werden. Da die Druiden Kaste in einer anderen Klimazone, aber auch in einer anderen Gesellschaftsform lebten, kann davon ausgegangen werden, dass das vorhandene Wissen tatsächlich über Jahrhunderte angereichert wurde. Die lange Ausbildung von rund 20 Jahren ließ es dabei zu, dass dieses Wissen für die aktuelle und zukünftige Generationen gefestigt und erhalten wurde.

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